Raspberry Pi als Mini-Proxy-Server mit Polipo

Raspberry Pi als Proxy mit Polipo

Raspberry Pi als Mini-Proxy-Server

Ein Proxy kontaktiert den Webserver anstelle des Browsers und legt dabei die Daten im Zwischenspeicher ab, bevor sie an den Client weitergegeben werden. Bei wiederholten Zugriffen der selben Webseiten kommen die Inhalte folglich direkt vom Proxy-Server und können schneller bereitgestellt werden.

Der Polipo-Proxy nimmt Anfragen aus dem lokalen Netz entgegen und arbeitet in beiden Richtungen als Vermittler zum Internet. Von Polipo werden Webinhalte zwischengespeichert und bei erneuter Abfrage ausgeliefert, anstatt sie erneut aus dem Internet zu laden. Auch Werbeanzeigen können so aus Webinhalten bereits vor der Auslieferung an den Anwender herausgefiltert werden.

Polipo installieren und einrichten

Zuerst empfiehlt es sich ein Update durchzuführen:

sudo apt-get update

Da Polipo in den Paketquellen bereitliegt ist die Installation mit folgendem Befehl schnell erledigt:

sudo apt-get install polipo

Nach einer erfolgreichen Installation wird die Konfigurationsdatei geöffnet:

sudo nano /etc/polipo/config

Die wichtigsten Parameter sind bereits vorgegeben, jedoch auskommentiert. Zunächst wird im Bereich „Basic configuration“ die Zeile # proxyAddress = „0.0.0.0“ einkommentiert und auf die statische IP-Adresse des Raspberry Pi´s geändert. Beispielsweise sieht diese dann so aus:

proxyAddress = "192.168.1.15"

Weiters wird die Zeile # allowedClients = „127.0.0.1“ einkommentiert und wie im folgenden Beispiel geändert, um allen Teilnehmern im Netzwerk die Verwendung des Proxy´s zu gestatten:

allowedClients = 127.0.0.1, 192.168.1.0/24

Die Datei kann nun gepeichert werden. Um die geänderte Konfiguration zu übernehmen, wird folgender Befehl ausgeführt, um Polipo neuzustarten:

sudo service polipo restart

Mit dem nachfolgenden Befehl wir Polipo auch beim nächsten Start des Raspberry Pi´s automatisch ausgeführt:

sudo update-rc.d polipo defaults

Browser für Proxy Betrieb einrichten

Der Browser, welcher Polipo nutzen soll, wird nun so eingerichtet, dass dieser die IP-Adresse des Raspberry Pi´s als Proxy verwendet. In diesem Beispiel wurde die IP-Adresse „192.168.1.15“ vergeben.

Mozilla FirefoxFirefox mit mini-proxy-server

Bei Firefox findet man die Option unter „Erweitert -> Netzwerk -> Verbindung -> Einstellungen“. Nun wird die „manuelle Proxy-Konfiguration“ aktiviert, und im Feld „HTTP-Proxy“ die IP des Raspberry Pi´s und der Port 8123 eingetragen.

Google Chrome

Chrome mit mini-proxy-serverBei Google Chrome findet man die Option unter „Einstellungen -> Erweiterte Einstellungen anzeigen -> Proxy Einstellungen ändern“. Es öffnet sich ein neues Fenster, in welchen man „LAN-Einstellungen“ auswählt. Nun wird ein Hacken bei „Proxyserver für LAN verwenden“ gesetzt und bei Adresse die IP des Raspberry Pi´s und bei Port 8123 eingetragen.
Bei Google Chrome würde es sich jedoch empfehlen, ein Plugin wie FoxyProxy oder Proxy SwitchySharp zu verwenden.

Microsoft EdgeEdge mit mini-proxy-server

Benutzer des Internet Explorer Nachfolgers finden die Einstellungen in den Windows Einstellungen unter „Netzwerk und Internet“. Hier kann unter „Proxy“ die „Manuelle Proxyeinrichtung“ aktiviert und die IP des Raspberry Pi´s sowie der Port 8123 eingetragen werden.

Fazit

Der Raspberry Pi eignet sich im Großen und Ganzen sehr wohl als Mini-Proxy-Server. Polipo verbessert die Surfgeschwindigkeit merklich bei DSL-Internetanbindungen, zumindest so lange der Polipo nicht mehr als fünf Client´s gleichzeitig bedienen muss und diese nicht allzu große Dateien herunterladen. Zwar kann es passieren, dass Polipo beim Download von großen Dateien (über 1,5GB) hängen bleibt und neugestartet werden muss, dennoch lohnt sich der Einsatz eines Mini-Proxy-Server´s mit dem Raspberry Pi.

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Einst gelernter Werkzeugbautechniker, habe ich vor etlichen Jahren mein Leben der Informatik verschrieben. Zur Zeit studiere ich noch Informatik auf der Fachhochschule Technikum Wien und beschäftige mich am liebsten mit Java, Android und Elektronik.

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